Weitere Informationen erhalten Sie zu folgenden Themen:
Störungsbilder
Therapien
Psychose
Psychotische Symptome treten bei vielen psychiatrischen Erkrankungen min-destens vorübergehend auf.
Sie werden auch bei unterschiedlichen somatischen Erkrankungen, nach Schlafentzug oder bei Intoxikationen
beobachtet. Zu verstehen sind unter psychotischen Symptomen Wahn, Halluzinationen, Ich-Störungen und
Denkstörungen. Oft kommen dazu Aggressivität, Erregtheit, innere Unruhe, psychomtorische Unruhe,
Anspannung und eigen- oder fremdgefährdendes Verhalten. Psychotische Symptome treten vorwiegend bei
Schizophrenie, Demenz, affektiven Erkrankungen (Depressionen, Manien) und im Delir auf.
Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis sind mit einer Inzidenz von 1% die häufigsten psychotischen
Erkrankungen; sie betreffen Menschen aller Kulturen und aller Biographien. Sie beeinflussen die gesamte
Persönlichkeit der Betroffenen: Kognition, Antrieb, Wahrnehmung, Affektivität, Ich-Erleben und Verhalten.
Charakteristisch sind akustische Halluzinationen in Form von Stimmenhören, Wahnvorstellungen, Ich-Störungen
in Form von Gedankeneingebung, -ausbreitung, -entzug und ein Gefühl des Gemachten, katatone Symptome, aber
auch inadäquate Affekte, Verlust an Interesse und Initiative, Sprachverarmung, Antriebsstörungen, soziale
Passivität und Apathie, Mangel an Spontaneität. Die Symptome können jeweils unterschiedlich ausgeprägt sein.
Je nachdem welche Symptome im Vordergrund stehen gibt es verschiedene Formen der schizophrenen Psychosen:
Darüber hinaus können abgegrenzt werden:
Bei den ersten Symptomen der schizophrenen Psychosen handelt es sich überwiegend um weitgehend unspezifische Beschwerden, die im Durchschnitt schon etwa fünf Jahre vor der ersten Diagnose und Behandlung bestehen. Viele Patienten klagen über zunehmende Geräusch- und Lärmempfindlichkeit, innere Unruhe, Nervosität, Anspannung und unbestimmte Ängste. Es treten Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, Gereiztheit und sozialer Rückzug auf. Es erkranken vor allem Personen zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Männer erkranken ca. 4 bis 5 Jahre früher als Frauen. Die Krankheit kann in Schüben mit einer vollständigen Remission verlaufen. Ein Drittel der Patienten weist einen chronisch schweren Verlauf mit bleibender Behinderung auf. Die Sympto-me der Schizophrenie sind von Patient zu Patient verschieden; der Schweregrad reicht von leicht bis schwer.
Ursachen und Auslöser
Bei schizophrenen Psychosen geht man heute von einer multifaktoriellen Genese aus, in der das Zusammentreffen einer genetisch determinierten Vulnerabilität (Empfindlichkeit) mit psychosozialen Stressfaktoren für das Ausbrechen der Erkrankung verantwortlich gemacht wird. Unter Einfluss von Stress kommt es zu einer Dysregulation von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn, besonders das Dopamin. Bei einer unbehandelten Psychose kommt es im Gehirn zum Überschuss von Dopamin, besonders im sogenannten limbischen System.
Diagnosestellung
Die Diagnose wird mit Hilfe eines ausführlichen ärztlichen Gesprächs, Verhaltensbeobachtung, Angaben von Angehörigen, körperlicher Untersuchung und apparativen Untersuchungen wie CCT, MRT, EEG, Nervenwasseruntersuchung, Labor (Blut, Urin) gestellt. Wir bieten eine Spezialsprechstunde zur Früherkennung von Psychosen an (s. Ambulanz).
Behandlung
Ein zentraler Teil der Behandlungsstrategie bei schizophrenen Psychosen ist eine medikamentöse Behandlung mit Antipsychotika
gemeinsam mit psychosozialer Unterstützung. Zu den basalen Therapieprinzipien zählen tagesstrukturierende Maßnahmen,
Psychoedukation mit umfassender Aufklärung über die Erkrankung, Erarbeitung besonders der Frühwarnzeichen und eines Krisenplans.
Wir bieten darüber hinaus verhaltenstherapeutisch orientierte Einzel- und Gruppentherapie, das Integrierte Psychologische
Therapieprogramm, Training sozialer Fähigkeiten, BELA (Ernährungsprogramm), Gesprächstherapie und ergänzende Therapien wie
Ergo-, Arbeits- und Bewegungstherapien sowie Berufsförderungsprogramme an.
Wir haben eine spezialisierte Station zur Behandlung und Betreuung von an schizophrenen Psychosen erkrankten Menschen.
Unser Konzept beinhaltet alle oben beschriebenen Behandlungsstrategien, die individuell zur Anwendung kommen. Teil unseres
Therapieprogramms ist auch die Teilnahme von Angehörigen an Angehörigengruppen, wo sie mit anderen Betroffenen ihre Erfahrungen
austauschen können. Zusätzlich findet dort eine Informationsvermittlung über Psychosen und deren Behandlungsmöglichkeiten statt.
Durch die Teilnahme in diesen Gruppen erfahren die Angehörigen emotionale Entlastung.