- Grundlegende Informationen zu Ergotherapie
Ergotherapie wird als Heilmittel vom behandelnden Arzt oder Psychologen verordnet. Hier wird dem
Patienten die Möglichkeit gegeben, sich mit seiner Problematik auf der Handlungsebene auseinanderzusetzen.
Im konkreten Tun können Fähigkeiten und Schwierigkeiten erkannt und neue Verhaltensweisen ausprobiert werden.
Im anschließenden Gespräch wird das Vorgehen reflektiert. Im Handeln gemachte Erfahrungen werden in den
Bezug zum Alltag des Patienten gesetzt.
In der Therapie kommen handwerkliche und gestalterische Techniken, lebenspraktische Übungen oder spezifische
Trainingsprogramme zum Einsatz. Je nach zugrunde liegender Problematik, vorhandenen Stärken, individueller
Zielsetzung, Krankheitsbild und Alter werden die Aktivitäten gezielt eingesetzt. Die Arbeitstherapie ist ein
Bestandteil der Ergotherapieabteilung.
Nach der ärztlichen Verordnung erfolgt in der Regel ein Erstgespräch in einer Einzelsituation. Hier werden
erste Ziele formuliert und die Gruppenzuordnung abgesprochen. Im Verlauf der Behandlung findet ein
interdisziplinärer Austausch mit dem behandelnden Team statt.
- Beschreibung der drei Hauptmethoden
- Bei der kompetenzzentrierten Methode werden vor allem handwerkliche Techniken eingesetzt um verloren gegangene
oder nicht vorhandene Fähigkeiten zu erwerben und Fertigkeiten zu trainieren.
- Die interaktionelle Methode ist eine prozessorientierte Ergotherapiegruppe, bei der die Auseinandersetzung der
Gruppenmitglieder untereinander im Vordergrund steht.
- Bei der ausdruckszentrierten Methode werden die Patienten durch gestalterische Angebote angeregt, sich mit ihren
Gefühlen und dem Selbstbild auseinander zusetzen.
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- Darstellung der ergotherapeutischen Angebote
3.1 Klinikbereich
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- Erstgespräch
Im Erstgespräch findet der erste Kontakt mit dem Patienten statt. Hier wird im Einzelgespräch erklärt,
was Ergotherapie ist und gemeinsam mit dem Patienten dessen Interessen, Wünsche und erste Ziele erarbeitet.
- Werkgruppen
Die Werkgruppen sind differenziert nach der momentanen Befindlichkeit, den Fähigkeiten und dem Krankheitsbild des
Patienten. Durch gezielt ausgewählte Materialien, Techniken und Methoden kann der Patient im konkreten Handeln
erleben, welche Stärken er hat, wie er sich psychisch stabilisieren kann und in welchen Bereichen er Veränderungen
anstrebt. Neue Verhaltensweisen können in diesem geschützten Rahmen erprobt werden. Gespräche dienen der Bewusstmachung
des eigenen Verhaltens und der Reflektion. Zum Einsatz kommen verschiedene gestalterisch-kreative Techniken und Werktechniken.
Die Dauer variiert zwischen 1-2 Stunden.
- Projektgruppe
In der Projektgruppe haben Patienten die Möglichkeit, im Rahmen einer handwerklichen Gruppenarbeit ihre sozialen Kompetenzen
kennenzulernen, auszubauen und zu reflektieren. In diesem Übungsfeld können Patienten ihre Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
ausprobieren und im geschützten Rahmen Rückmeldungen von den anderen Teilnehmern erhalten. In der Begegnung mit den
unterschiedlichen Mitpatienten spiegeln sich Alltagssituationen, z.B. im Umgang mit Arbeitskollegen, wider. Die Gruppe
ist besonders geeignet für Patienten, die während ihres Aufenthaltes auf Station an der Gruppe „Training sozialer Kompetenzen“
teilnehmen.
- Gestaltungsgruppe
In der Gestaltungsgruppe wird der Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen durch kreativ- gestalterische
Medien erweitert. In dieser ausdruckszentrierten Methode werden innere Bilder des Patienten durch bildnerische und plastische
Medien sichtbar gemacht. Die Gestaltungsgruppe bietet die Möglichkeit eines nonverbalen Ausdrucks der im Anschluss in der Gruppe
reflektiert wird. So werden die Selbstwahrnehmung und das Selbstbild stabilisiert. Die Gestaltungsgruppe ist eine sinnvolle
Ergänzung zu psychotherapeutischen Einzelgesprächen.
- Wahrnehmungszentrierte Ergotherapie
Die wahrnehmungszentrierte Ergotherapie findet zur Zeit für psychotisch erkrankte Patienten statt. Sie arbeitet mit den Methoden
der Konzentrativen Bewegungstherapie und der Sensorischen Integrationstherapie. Der Patient erhält die Möglichkeit sich im Bewegen
und Handeln bewusst wahrzunehmen. Persönliche Handlungsmuster können erkannt und neue Verhaltensweisen erprobt werden. Im
anschließenden Gespräch werden die Erfahrungen reflektiert und ein Alltagsbezug hergestellt.
- Kochgruppe
In der Kochgruppe können Patienten, die nach dem Klinikaufenthalt in den eigenen Haushalt zurückkehren, in einer Kleingruppe die
zum Kochen gehörenden Tätigkeiten üben. Es wird gemeinsam geplant, eingekauft, gekocht und gegessen. Die Gruppe ist geeignet für
Patientinnen und Patienten, die sich nicht mehr selbst versorgt haben, unsicher sind, ob sie es noch können oder es aufgrund
veränderter Lebensumstände erstmals probieren wollen.
- Hirnleistungstraining
Im Hirnleistungstraining werden durch gezielte Aufgaben verschiedene Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisleistungen
beübt. Im Anschluss an die Übungen kann im Gespräch geklärt werden, ob und wie sich kognitive Probleme im Alltag darstellen und
welche Strategien sich im Umgang damit anbieten. In speziellen Variationen wird kognitives Training durchgeführt für schizophren
erkrankte Menschen (siehe Cogpack) und für ältere Menschen
(siehe Aktivgruppen).
- Einzeltherapie
In der Einzeltherapie können alltagbezogene Ziele verfolgt werden, die aufgrund ihrer individuellen Ausrichtung nicht in den
sonstigen vorhandenen Gruppenangeboten bearbeitet werden können. Häufig sind es lebenspraktische Tätigkeiten, z.B. Haushaltstraining.
Außerdem ist Einzeltherapie sinnvoll für Patienten, die derzeit noch nicht in der Lage sind, sich in eine Gruppe zu integrieren.
- Cogpack
Cogpack ist ein computergestütztes Trainingsprogramm, das für schizophren erkrankte Menschen entwickelt wurde. In Variationen kann
es auch bei anderen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Das Programm beübt kognitive Funktionen wie Konzentration, Reaktion, Verarbeitung
komplexen Materials, Strategienbildung, Gedächtnisaufgaben, Rechnen und Logik. Durch die unmittelbare, neutrale Rückmeldung über
das Computerprogramm selbst und die Auswertungsgespräche mit dem Therapeuten werden zusätzlich sowohl Selbstwahrnehmung als auch
Selbsteinschätzung gefördert.
- Arbeitstherapie –Büro
Durch die für viele Patienten motivierende Arbeit am Computer und die Durchführung anderer Bürotätigkeiten werden in der
Büro-Arbeitstherapie vorhandene Arbeitsfähigkeiten aktiviert, trainiert oder neu gelernt. Die Patienten werden an grundlegende
Aufgaben im Bereich der Büroarbeit herangeführt. Erlernt werden der Umgang mit Computern, mit den entsprechenden Anwendungsprogrammen
sowie einfache Büroaufgaben. Dieses fördert kognitiver Fähigkeiten, Flexibilität und Selbsteinschätzung.
- Arbeitstherapie-Holzwerkstatt
Die Arbeitstherapie in der Holzwerkstatt ermöglicht den Patientinnen und Patienten eine Stabilisierung und Verbesserung grundlegender
arbeitsrelevanter Fähigkeiten. Dabei orientiert sie sich an den Anforderungen der Arbeitswelt und berücksichtigt den individuellen
Hintergrund des Patienten. Die Patienten erstellen nach Vorgaben der Therapeuten Werkstücke aus Holz, die sich im Anforderungsprofil
unterscheiden. Da die Werkstücke im Anschluss verkauft werden, sollen sie definierten Ansprüchen entsprechen. Nach der
Stabilisierungsphase ist eine Erprobung der physischen und psychischen Belastbarkeit bis zu fünfmal drei Stunden wöchentlich
möglich.
- Samstagsworkshop
Der Samstagsworkshop ist ein Freizeitangebot für die Patienten am Wochenende. Über einen Zeitraum von drei Stunden können
Patienten nach eigenen Interessen Werktechniken ausprobieren und erhalten dabei Unterstützung durch die Therapeuten.
- Gerontopsychiatrische Gruppen
Die Auflistung der Spezialangebote für ältere Patienten finden Sie hier.
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- Ergotherapie für ältere Menschen
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Die spezielle ergotherapeutische Behandlung älterer Menschen unterstützt die psychische Stabilisierung der
Patienten durch gezielte Aktivitäten. Parallel dazu liegt unser Augenmerk auf der Handlungsfähigkeit im Alltag.
Es wird – eingebettet in das Gesamtbehandlungskonzept – abgeklärt, welche Fähigkeiten der Patient benötigt um
nach der Entlassung seinen Alltag nach seinen Vorstellungen zu bewältigen und ob hierbei Unterstützung
erforderlich ist. In den Bereichen Selbstversorgung, Freizeitgestaltung und gesellschaftliche Teilhabe gilt es,
vorhandene Fähigkeiten zu nutzen und Interessen zu berücksichtigen um die Lebensqualität zu erhalten oder wieder
zu erlangen.
Folgende Therapieangebote bieten wir an:
- Die Werkgruppen mit unterschiedlichen Materialien und Techniken dienen der Stabilisierung des psychischen Befindens,
der Aktivierung und der Erhöhung der Belastbarkeit. Sie ermöglichen ein Tun in der Gruppe, können einen Austausch im
Gespräch anregen. Die Gruppen können an bekannte Werktechniken anknüpfen oder bei Bedarf der Hobbyfindung dienen.
- Das kognitive Training in der Aktivgruppe für depressive Patienten schult sowohl Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit
als auch derzeitig eingeschränkte kognitive Funktionen wie Konzentration und Aufmerksamkeit. Zum Einsatz kommen Spiele, Rätsel,
Geschichten, Gedächtnistraining und Angebote zur Wahrnehmungsschulung.
- Die Koch- und Backgruppe unterstützt die Erhaltung oder Erlangung von Haushaltsfähigkeiten.
Die Zusammenarbeit in der Kleingruppe fördert soziale Fähigkeiten.
- Der Singkreis aktiviert auch schwächere Teilnehmer. Hier werden Kontakt- und Kommunikation sowie
Beweglichkeit gefördert und das Langzeitgedächtnis angeregt. Das Angebot setzt sich aus Gesang,
Rhythmik und Bewegung zusammen und wird durch Elemente der Aktivgruppe ergänzt.
- Die Einzeltherapie bietet sich an, falls nicht sicher ist, ob eine Rückkehr in die häusliche Umgebung
möglich ist. Hier können erforderliche Fähigkeiten, beispielsweise zur Selbstversorgung, beübt werden. Außerdem
kann sie für Patienten sinnvoll sein, die aufgrund ihrer derzeitigen Verfassung noch nicht in eine Gruppe integriert
werden können.
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- Differenzierte Angebote bei verschiedenen Erkrankungen
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- Depression
- Suchterkrankungen
- Schizophrene Erkrankungen
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