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Depression
Die Depression ist die häufigste psychische Erkrankung. Nach neueren Schätzungen erkranken bis
zu 25% der Frauen und bis zu 17% der Männer irgendwann im Verlauf ihres Lebens an einer Depression.
Eine spezielle Unterform stellen Depressionen bei Patienten dar, die bereits einmal an einer manischen oder hypomanen Phase erkrankt waren
(sog. bipolare Störung).
Die Symptome einer Depression können vielfältig sein. Häufig sind eine niedergedrückte Stimmung,
Verlust von Interesse und Freude, sowie eine Verminderung des Antriebs.
Weitere Hinweise sind Konzentrationsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle
sowie Suizidgedanken, Schlafstörungen sowie eine Appetitminderung. Häufig äußert sich eine
Depression durch verschiedene körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchbeschwerden, ein Brennen in der Brust, usw.
Viele Menschen die an Depressionen leiden halten sich nicht für psychisch krank und die Einsicht
für eine ambulante fachärztliche oder stationäre Behandlung fällt schwer. Viele glauben schwer
körperlich krank zu sein oder fühlen sich schuldig oder als Versager. Die immer noch mangelnde
gesellschaftliche Akzeptanz der Erkrankung und die aus der Depression selbst kommenden
Schuldgefühle sind hierfür verantwortlich. Dabei handelt es sich bei der Depression um eine sehr
gut behandelbare Erkrankung, für die es zahlreiche und gut wirksame Behandlungsverfahren gibt.
Ursachen der Depression
Ähnlich vielfältig wie die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Depression sind auch ihre Ursachen.
Biologische Erklärungsmodelle
nehmen eine Störung der Botenstoffe im Gehirn an. Es wird eine Fehlanpassung des Gehirns an
eine chronische Ausschüttung von Stresshormonen vermutet. Genetische Veranlagung, sowie körperliche Erkrankungen
können zur Entstehung einer Depression beitragen. Bei bestimmten Depressionsformen kommt es zu einer
Fehlregulation der „inneren Uhr“, so dass biologische Rhythmen gestört sind.
Psychologische Ursachen
spielen bei der Entstehung einer Depression häufig eine entscheidende Rolle. Es entsteht ein Teufelskreis
aus sozialem Rückzug und einem Verlust von positiv verstärkenden Erlebnissen. Bestimmte Denkstile bestimmen das
Erleben eines depressiven Patienten und führen zur Aufrechterhaltung der Erkrankung. Gewisse Persönlichkeitsmerkmale
wie z. B. eine übermäßige Abhängigkeit von Zuwendung stellen bedeutsame Risikofaktoren dar.
Körperliche Ursachen
Verschiedene neurologische oder internistische Erkrankungen können – oft als einziges Symptom – eine Depression auslösen.
Unser Behandlungsangebot
Unsere Depressionsstation ist speziell für die Behandlung von depressiven Patienten ausgerichtet. Zu Beginn einer
Behandlung erfolgt eine genaue Diagnostik in Bezug auf psychiatrische und körperliche Erkrankungen. Das
multiprofessionelle Team besteht aus Ärzten, Psychologen, einer Sozialarbeiterin sowie speziell geschulten
Krankenschwestern und -pflegern. Die Behandlung umfasst verschiedene Bausteine und wird für jeden Patienten
individuell angepasst. Hierbei werden insbesondere psychiatrische Begleiterkrankungen, wie z. B. Angststörungen,
Persönlichkeitsmerkmale sowie körperliche Erkrankungen berücksichtigt. Folgende wichtige Behandlungsbausteine
stehen zur Verfügung:
Psychotherapie
Die Psychotherapie erfolgt im Gruppen- und Einzelgespräch. Unsere Psychotherapie ist ausgerichtet nach der kognitiven
Verhaltenstherapie. Daneben kommen Elemente der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Logotherapie
nach Frankl zum Einsatz. Bei Bedarf erfolgen auch Gespräche mit Bezugspersonen bzw. Familienmitgliedern. Es gibt eine
Psychotherapiegruppe, die darauf ausgerichtet ist Wissen über die Erkrankung zu vermitteln. Eine weitere Gruppe,
das sogenannte soziale Kompetenztraining, ist speziell für sozial gehemmte und ängstliche Patienten vorgesehen,
mit dem Ziel, neue, selbstsichere Verhaltensweisen zu erlernen.
Medikamentöse Behandlung
Bei Bedarf erfolgt eine Neueinstellung oder Umstellung der Medikation nach wissenschaftlich fundierten Standards.
Soziotherapie
Es erfolgt bei Bedarf eine umfassende Beratung und Unterstützung bei verschiedenen sozialen Problemen durch unsere
Sozialarbeiterin, beispielsweise bei drohendem oder erfolgtem Arbeitsplatzverlust, Schulden, Problemen in der
Schule oder der Ausbildung.
Die Lichttherapie
wird vorwiegend bei Patienten mit einer sogenannten saisonalen Depression eingesetzt, eine spezielle Form der
Depression, bei der ein Mangel an Tageslicht während der Winterzeit als ursächlich angesehen wird.
Schlafentzug
ist ein Therapieverfahren, währenddessen der Patient in bestimmten Abständen eine Nacht oder eine Nachthälfte
nicht schläft. Die gestörte „innere Uhr“ kann durch dieses Therapieverfahren bei bestimmten depressiven Patienten
wieder „gestellt“ werden.
Repititive Transcranielle Magnetstimulation
Die Repititive Transcranielle Magnetstimulation ist ein modernes Therapieverfahren, das wir erfolgreich zur Behandlung
von schweren Depressionen einsetzen. Hierbei werden mit einer Spule kurze, magnetische Impulse abgegeben und
hierüber die Hirnrinde stimuliert. Das Verfahren ist gut wirksam und gut verträglich.
Weitere wichtige Elemente unserer Behandlung sind
Ergotherapie,
Sport- und Bewegungstherapie,
Krankengymnastik
sowie physikalische Therapie
(Bäder, Massagen, weitere Anwendungen). Wir setzen außerdem Elemente aus der
traditionellen Chinesischen Medizin
(Akupunktur,
Shiatsu,
Qigong) ein. Wir bitten unsere Patienten daher Sportbekleidung,
Sportschuhe, Bademantel und Badeschuhe mit zur Aufnahme zu bringen. Grundlegend bei der gesamten Behandlung ist für
uns eine gute, tragfähige, therapeutische Beziehung zu unseren Patientinnen und Patienten. Auch bei der Behandlung
besonders schwerer oder chronischer Depressionen können wir aufgrund unseres speziellen Behandlungsangebotes
gute Erfolge erzielen.