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PRIVAT-NERVEN-KLINIK

DR. MED. KURT FONTHEIM

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Soziales Kompetenztraining

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In der PRIVAT-NERVEN-KLINIK DR. MED. KURT FONTHEIM entwickelten Therapeuten und Pflegende gemeinsam ein individuell auf die Bedürfnisse der Patienten der Psychotherapiestation zugeschnittenes Konzept zum Training sozialer Kompetenzen. Soziale Kompetenz ist die Fähigkeit, angemessen zu interagieren, die Bedürfnisse und die Grenzen im Miteinander zu sehen und zu respektieren. Im psychotherapeutischen Kontext begegnen uns Menschen, denen diese Ressourcen zum Teil fehlen.

Entwickelt wurden ein Training sozialer Kompetenz unter den Rahmenbedingungen einer Psychotherapiestation mit dem Fokus auf die Einbeziehung und Umsetzung durch die Mitarbeiter der Pflege. Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass die Durchführung eines qualitativ hochwertigen Sozialen Kompetenz Trainings trotz zeitlicher Begrenzung aufgrund kurzer Aufenthaltszeiten der Patienten möglich ist.

Gleichermaßen zeigen unsere Erfahrungen, dass durch gezielte und ausführliche Schulungsmaßnahmen die Mitarbeiter der Pflege ein derartiges Gruppenangebot auf qualitativ höchstem Niveau unterbreiten können.

Das Soziale Kompetenz Training (SKT-L) ist auf der Basis gängiger Trainingsverfahren (Gruppentraining Sozialer Kompetenz GSK von Hinsch & Pfingsten, 2002, Assertiveness Training Programm von Ullrich de Myunk & Ullrich, 1989, 1990, 1991) entwickelt. Das Training ist standardisiert und liegt als Manual vor. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl beträgt sechs bis acht Patienten. Das SKT-L setzt sich aus insgesamt sechs Trainingseinheiten à 90 Minuten zusammen, welche zweimal wöchentlich angeboten werden. Das Training wird als geschlossene Gruppe durchgeführt, um aufeinander aufbauende Sitzungen anbieten zu können sowie die Herstellung einer konstruktiven Gruppenatmosphäre zu erleichtern.

Auf Basis eines erklärenden Modells sozialer Ängste werden unterschiedliche soziale Situationen hinsichtlich ihrer Besonderheiten betrachtet und gemeinsam sozial kompetente Verhaltensweisen für diese Situationen herausgearbeitet und praktisch geübt.Das Erklärungsmodell entstammt dem Gruppentraining Sozialer Kompetenzen (Hinsch & Pfingsten, 2002) und beschreibt, wie negative Gedanken und Vorstellungen in einer sozialen Situation zu Gefühlen der Angst und Unsicherheit führen.

Die Patienten werden angeleitet, diese zu entdecken und positive Gedanken zu entwickeln, um mit Ängsten und Hemmungen besser umzugehen als bisher. Es gilt „Katastrophenphantasien“ hinsichtlich der Konsequenzen des eigenen Verhaltens zu überprüfen und zu lernen, dass auch unangenehme Situationen aushaltbar sind. Es soll weiterhin gelernt werden, sozial kompetent Forderungen zu stellen und zu verstehen, dass jeder das Recht hat, Bitten und Forderungen zu äußern und gleichzeitig zu akzeptieren, dass es eine unrealistische Vorstellung ist, dass Forderungen (nur weil geäußert) immer erfüllt werden. Insbesondere in sozialen Situationen in denen Forderungen bestehen, das Gegenüber jedoch nicht verpflichtet ist, sein Verhalten zu verändern (z.B. im Rahmen von Partner- oder Freundschaften) ist es notwendig, Kompromisse auszuhandeln und Einigungen herzustellen.

Hierfür ist es notwendig zu erlernen, eigene Gefühle auszusprechen sowie die Gefühle und Bedürfnisse des Kommunikationspartners zu erfassen und darauf einzugehen. Bitten abzulehnen ist für viele Menschen schwer und oft die Quelle starker Ärgergefühle, wenn der Wunsch nach Abgrenzung nicht umgesetzt wurde. Es soll gelernt werden, dass es ein persönliches Recht ist, Bitten abzulehnen, dass es aber auch normal ist, wenn der Kommunikationspartner dann enttäuscht oder gar verärgert ist.

Die Angst, Erwartungen des Gegenübers nicht zu genügen und deswegen abgelehnt zu werden, ist oft Basis von Vermeidungsverhalten und Ursache von Einsamkeit. Es sollen Erfahrungen gemacht werden, die diesen Befürchtungen widersprechen und gelernt werden, wie gewünschte Verhaltensweisen Anderer verstärkt, Komplimente gemacht und gelobt werden kann. Soziale Kompetenz bedeutet letztlich, im Sinne der eigenen Ziele die „richtige Strategie“ zur aktuellen Situation zu finden.