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PRIVAT-NERVEN-KLINIK

DR. MED. KURT FONTHEIM

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Suchterkrankungen

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Suchterkrankungen stellen mit ihrer Häufigkeit und ihren gesundheitlichen sowie ökonomischen Auswirkungen eine große Herausforderung dar. Sie sind eine der häufigsten Erkrankungen in der Psychiatrie und werden von den Kostenträgern seit Ende der Sechziger Jahre als eigenständige Erkrankung anerkannt. Unter den Suchterkrankungen nehmen die Alkoholabhängigkeit und der Alkoholmissbrauch die erste Stelle ein. In der Häufigkeit geringer, aber nicht weniger wichtig, ist die Abhängigkeit von anderen Stoffen wie Cannabis, Heroin, Kokain, Amphetamine oder die Medikamentensucht. Jede Suchterkrankung zieht nicht nur körperliche, sondern auch soziale, finanzielle, berufliche Folgeerscheinungen nach sich. Die Betroffenen sind deutlich in ihrer Lebensqualität und in ihrem Alltag eingeschränkt.

Diagnostik

Für die Diagnose einer Suchterkrankung spielt nicht nur der zunehmende Konsum und die Toleranzentwicklung eine Rolle, sondern auch der starke Wunsch die Substanz zu konsumieren, die zunehmende Einschränkung der Interessen, das Entzugssyndrom, die mangelnde Kontrolle über den Beginn und die Beendigung des Substanzkonsums, der weiterbestehende Substanzkonsum trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen, die sowohl körperlicher als auch psychischer Art sein können und das eingeengte Verhaltensmuster im Umgang mit Suchtstoffen. Diese unterschiedlichen Kriterien fasst die WHO in der Diagnose einer Suchtkrankheit zusammen. Demgegenüber steht die Diagnose eines Missbrauchs, die deutlich unschärfer definiert ist und eine tatsächliche Schädigung der psychischen oder physischen Gesundheit des Konsumenten durch den Suchtstoff fordert. Des Weiteren, dass dieses Konsumverhalten häufig von Anderen kritisiert wird und häufig unterschiedliche negative soziale Folgen hat.

Die wichtigsten Suchterkrankungen

2006 wurden 10,1 Liter reiner Alkohol je Einwohner in der Bundesrepublik Deutschland verbraucht. Ca. 3,4 % der Männer und 1,4 % der Frauen wiesen, bezogen auf die letzten 12 Monate, eine Alkoholabhängigkeit auf, dies entspricht ca. 1,3 Mio. Menschen. Im Jahr 2006 waren psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol die dritthäufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt (299.000), nach Herzinsuffizienz (317.000) und Angina pectoris (301.000), bei Männern war es sogar die häufigste Ursache für eine stationäre Krankenhausbehandlung (223.000).

Ca. 4 bis 5 % aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Suchtpotential, dazu zählen u. a. hochpotente Schmerzmittel sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 1,4 bis 1,9 Mio. Menschen medikamentenabhängig sind, häufiger sind Frauen betroffen.
An Bedeutung gewinnen Störungen durch Cannabis und deren Auswirkungen im Alltag der meist jugendlichen Konsumenten. Viele Folgeerscheinungen werden jetzt erst entdeckt und machen deutlich, dass es sich hierbei keineswegs um harmlose Symptome und Auswirkungen handelt (u. a. Gedächtnisstörungen, Depressionen und Angstsymptome).

Heroin und andere „harte“ Drogen (z.B. Kokain, Amphetamine, Ecstasy, Halluzinogene) stehen oft im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit mit den Folgen der schnellen Suchtentwicklung, rasantem körperlichem Verfall der Konsumenten, der chronischen, oft zum Tode führenden Infektionskrankheiten und der hohen Kriminalitätsrate. Die Zahl der Abhängigen ist im Gegensatz zu den vorgenannten Gruppen wesentlich geringer, die Auswirkungen ungleich gravierender.

Zum erweiterten Spektrum der Suchterkrankungen gehören auch die Spielsucht und die in den letzten Jahren entstandene Internet- und Computersucht.

Behandlung

Suchterkrankungen sind chronische Krankheiten. Die Therapiekonzepte haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Die stationäre Behandlungszeiten verkürzen sich, ambulante Therapieangebote wachsen und erweitern sich. Um so wichtiger wird die Verzahnung der einzelnen Bestandteile der Suchtbehandlung: von stationärer oder ambulanter Entgiftung, stationärer oder ambulanter Entwöhnungsmaßnahmen, ambulanter Weiterbehandlung, Besuch von Selbsthilfegruppen etc.

Wir führen in unserer Klinik eine qualifizierte, stationäre Entgiftung mit Schwerpunkt zunächst auf der körperlichen Entgiftung durch, die medikamentös entsprechend nationaler Leitlinien unterstützt wird. Auch die anderen Therapiebestandteile entsprechen den derzeit besten Behandlungsstandards: Unsere Patienten werden individuell im Rahmen von Bezugspflege betreut. Unser Konzept orientiert sich an Ressourcen und versucht, die Motivation in der Auseinandersetzung mit der Suchtkrankheit zu stärken und eine längerfristige Abstinenz zu erreichen, Folgeerscheinungen zu mildern, sowie berufliche und soziale Reintegration zu ermöglichen.