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DR. MED. KURT FONTHEIM

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Bipolare Störungen

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Bipolare Störungen – was ist das?

Bipolare Störungen wurden früher manisch-depressive Erkrankungen genannt. Diese Erkrankungen sind gekennzeichnet durch das wechselnde oder gleichzeitige Auftreten depressiver Phasen und sogenannter manischer oder hypomaner Phasen. Im Gegensatz zu Depressionen treten sie bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf; ca. 2% der Bevölkerung sind daran erkrankt. Die Ursachen der bipolaren Erkrankung sind noch nicht im Detail bekannt. Wir wissen, dass erbliche (genetische), andere biologische und umweltbedingte Faktoren (z.B. Stress, belastende Lebensereignisse) eine wesentliche Rolle spielen.

Was sind Manie und Hypomanie?

Eine Manie ist gekennzeichnet durch eine übertrieben euphorische, teils auch gereizte Stimmung, eine Antriebssteigerung, soziale Umtriebigkeit, Rededrang, übertriebene Vitalität, Selbstüberschätzung und ein vermindertes Schlafbedürfnis. Unter Umständen können Größenideen, übertriebene Geldausgaben, ein distanzloses Verhalten oder psychotische Symptome (z.B. Größenwahn) auftreten. Diese Symptome müssen mindestens eine Woche andauern.

Von einer Hypomanie spricht man, wenn die genannten manischen Symptome in geringerer Ausprägung auftreten und der Realitätsbezug erhalten bleibt. Eine Hypomanie entwickelt sich nicht selten an eine depressive Episode und dauert dann meist zwei bis drei Wochen (sog. hypomane Nachschwankung).

Was ist eine Depression?

Die Hauptsymptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und eine Verminderung des Antriebs. Häufige weitere Symptome sind Angst, Schlafstörungen, Erschöpfung, Kraftlosigkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, pessimistische Zukunftsperspektiven und Suizidgedanken. Weitere Informationen über Depressionen finden Sie hier.

Verlauf der Erkrankung

Depressive Phasen sind bei den meisten Patientinnen und Patienten häufiger als manische Phasen. Häufig stellt sich erst im Verlauf einer depressiven Erkrankung, z. B. nach einer dritten oder vierten Episode eine manische oder hypomane Phase ein, so dass die Diagnose geändert werden muss. Eine (Hypo-)Manie kann unabhängig von einer Depression, evtl. auch vor einer Depression als Ersterkrankung auftreten. Üblicherweise besteht eine vollständige Symptomfreiheit nach Abklingen einer Phase. Wie häufig solche depressiven oder manischen Phasen auftreten, lässt sich im Einzelfall nicht vorher sagen. Unter einer vorbeugenden medikamentösen Behandlung (s.u.) können jedoch die Anzahl der Phasen und die Schwere der Erkrankung in den Phasen bei den allermeisten Patienten deutlich vermindert werden.

Nicht immer folgen die einzelnen Phasen getrennt aufeinander. Bei ca. 20% aller Patienten kommt es zum gleichzeitigen Auftreten von einzelnen manischen und depressiven Phasen. In diesem Fall wird vom affektiven Mischzustand gesprochen.

Behandlung

Das richtige Erkennen einer bipolaren Störung und die Unterscheidung von ausschließlich depressiven Erkrankungen hat konkrete therapeutische und prognostische Bedeutung. Bipolare Störungen können und müssen anders behandelt werden als Depressionen. Die Behandlung in unserer Klinik erfolgt medikamentös und psychotherapeutisch. Die Behandlung einer Manie muss anders erfolgen als die einer Depression. Entscheidend für einen guten Behandlungserfolg ist eine gute, tragfähige therapeutische Beziehung zu unseren Patientinnen und Patienten.

In der Psychotherapie legen wir großen Wert auf ein gutes Verständnis der Erkrankung und ihres Verlaufs sowie der Maßnahmen, die die Betroffenen selbst bei der Vorbeugung und Behandlung treffen können. Bei einer bipolaren Depression werden psychotherapeutisch ähnliche Verfahren wie bei nur depressiv verlaufenden Erkrankungen angewendet. In der Manie geht es zunächst darum, mit den Betroffenen klare Verhaltensregeln abzusprechen und einzuhalten. Hier steht die medikamentöse Behandlung zunächst im Vordergrund.

Die medikamentöse Akutbehandlung einer Manie erfolgt mit Stimmungsstabilisierern wie z.B. Lithium und Valproat oder mit Antipsychotika. Bei ausgeprägten Schlafstörungen oder innerer Unruhe können zusätzlich beruhigende Medikamente erforderlich sein.

Die medikamentöse Behandlung einer Depression im Rahmen einer bipolaren Störung erfolgt mittels Antidepressiva. Die Auswahl muss sorgfältig erfolgen, da einige Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für das Umschlagen der Erkrankung in eine Manie aufweisen.

Zur Vorbeugung von Rückfällen in Manie oder Depression wird eine dauerhafte medikamentöse Behandlung (Phasenprophylaxe) mit einem Stimmungsstabilisierer empfohlen.

Nach individueller Indikation gehören Ergotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Krankengymnastik, physikalische Therapie (Bäder, Massagen, weitere Anwendungen) sowie Elemente aus der traditionellen Chinesischen Medizin (Akupunktur, Shiatsu, Qigong) als wichtige Bestandteile zu unserer Behandlung.